Wie mich mein Hund verändert hat

Hallo meine Lieben. Wie ich auf den Hund kam, wisst ihr ja bereits. Nun, da Jule und ich das Welpenalter abschließen und sie in das Junghundalter kommt, möchte ich euch erzählen wie sie sich (und in erster Linie mich!) verändert hat. Ich würde sagen, Jule kam zur richtigen Zeit in mein Leben. Nachdem ich wie wild durch mein Leben gesprintet bin, merkte ich, wie die Zeit Spuren bei mir hinterlassen hatte. Damit meine ich keine Krähenfüße oder Lachfältchen, sondern Narben auf der Seele, die langsam zum Vorschein kamen. Die Fassade der ''Immer motivierten engagierten''- Selin bekam Risse, die kaum jemand zu Gesicht bekam, weil diese sorgfältig versteckte. Als Jule in mein Leben trat, blutjung und nicht einmal in der Lage, 1 Stunde ihr Urin anzuhalten, bis ich meine Schuhe angezogen hatte, dachte ich, ich würde das nicht schaffen. Doch obwohl diese Aufgabe schwierig zu sein schien, mich selbst zu finden und einen kleinen Hund glücklich durch sein Welpenalter zu führen und ihm die wichtigsten Dinge auf dem Weg zu geben, war aufgeben für mich keine Option. Und während ich zum 11. Mal mit dem kleinen Hund vor die Tür durch den Schnee stapfte, merkte ich, wie sehr ich den Bezug zur Natur in den letzten Jahren vermisst hatte. Während ich als Kind noch nichts lieber tat als Schnecken in der Natur zu beobachten und von frischen Bächern zu trinken, beschränkte sich meine Pubertät auf die hemischen 4 Wände. Und je älter ich wurde, desto mehr merkte ich wie fremd ich der Natur wurde. Selbst die 5 Schritte vom Auto ins Kino waren zu frostig und der Matsch nach einem langen Winter auf dem Weg zur Arbeit zu dreckig, um zu Fuß zu laufen. Je älter Jule wurde, desto schöner und länger wurden unsere gemeinsamen Spaziergänge. Auf nichts freue ich mich morgens mehr, als mit Jule in die - noch unberührte - Natur zu stapfen, mit ihr Pusteblumen zu pusten oder Stöcker zu sammeln. Meine Kleidung riss, wurde dreckig und meine Schuhe bekamen Löcher, schneller als ich überhaupt nachkaufen konnte, was mich mein Konsumverhalten überdenken lies: Brauch ich diese billige, schlecht produzierte, Chemiekeule die sich Jacke schimpft wirklich? Die weder warm hält, noch vor Nässe schützt? Stattdessen kaufte ich weniger, bewusster. Ich erinnerte mich selbst an meine Mutter, wie sie, bevor sie mir eine Jacke kaufte, das Etikett kontrollierte, wo sie produziert wurde und mit welchen Materialien.

Jule wurden zu einem Team. Niemand verstand sie besser als ich und niemand verstand mich besser als sie. Wenn ich traurig war, legte sie ihren Kopf auf meinen Schoß und atmete laut aus. Dieses ,,Hach, ist das Leben nicht furchtbar?'' - Atmen, welches mich immer wieder Schmunzeln ließ. Als sie ihre erste Magenvertimmung hatte, weil sie zu viel Rasen gefuttert hatte, lag ich die ganze Nacht wach und kraulte ihr Köpfchen oder hielt ihr meine Hand hin, wenn sie brechen musste. Draußen haben wir mit anderen Hunden & Haltern nicht viel gemein, denn draußen gibt es nur uns. Mein Handy bleibt in dieser halben bis einen Stunde stets Zuhause, andere Hunde, mögen sie uns noch so sehr anbellen, werden gekonnt ignoriert. Klar hat Jule ihre Kameraden, mit denen sie ab und zu richtig Gas gibt (und das kann sie!), doch meistens sind es nur wir beide, die gemeinsam die Welt entdecken. Wenn ich stehen bleibe, bleibt sie wartend stehen. Wenn ich renne, rennt sie mit. Jule macht alles gern, wenn wir es gemeinsam tun, selbst beim Shoppen ist sie geduldiger als jede Freundin, wenn sie mit mir in der Kabine sitzt und neugierig die Kleidungsstücke beäugt, die ich gerade anprobiere. Fast alles tun wir gemeinsam, denn wo keine Hunde erwünscht sind, da möchte ich schon lange nicht mehr hin. Wie ich damals ein stinkendes staubiges Kino der Natur vorziehen konnte, bleibt mir heute ein Rätsel. Zu kalt? Gibt es nicht. Zu heiß? Setzen wir uns unter einen Baum. Nach und nach erfuhr ich Heilung und neue Erkentnisse. Dank der neugewonnen Auszeit draußen und dem bewussten Kuscheln auf dem Sofa, erlang ich eine Art Selbsterkentniss und einen distanzierten Blick auf andere Menschen, der nicht einfach war zu verdauen. Ich musste mich damit auseinander setzen, das Resultat der Menschen geworden zu sein, die andere in mir sehen wollten. Erst durch Jule wurde ich wieder zu dem Kind, das ich mal war.


Selbstverständlich hatten wir auch schwere Zeiten. Zum Beispiel wo Jule mein Buch heimlich zerrissen hatte, welches ich gerade am lesen war (an dem Tag ging ohnehin alles schief und ich war generell angeschlagen!). Oder wo ich dringend zum Arzt musste, sie zu jung zum Alleinbleiben war und ich absolut niemanden hatte, der auf sie aufpassen konnte. Also cancelte ich den Arztbesuch und schleppte mich mit Fieber und Übelkeit aus dem Bett, um mich um meinen Welpen zu kümmern. Alle Menschen die damals sagten ''Ich nehme dir Jule gern ab, wenn sie da ist'', hatten plötzlich andere Pläne und mir wurde schlagartig klar, dass das erste Mal wo ich wirklich die Menschen in meinem Umfeld gebraucht hätte, die für mich nicht da waren. Diese Erkentniss traf mich schwerer als die Magendarmgrippe damals, war aber doch Teil meines Heilungsprozesses denn ich schwor mir, mich nie wieder für jemand anderen zu verausgaben (was ich damals, weiß Gott, IMMER tat). Den diesjährigen Sommerurlaub haben wir mit Jule geplant, denn ohne sie hätten wir sowieso nicht annährend so viel Spaß. Ein Hund macht einen schon abhängig, doch die lauten Stimmen die einst sagten: ,, Was du willst einen Hund? Dann kannst du nicht mehr in den Urlaub oder spontan ins Kino.'' da kann ich heute nur drüber lachen. Mit Organisation schafft man alles und überhaupt: Wer sagt denn, dass ich spontan ins Kino will? Einen spontanen Trip zum Harz mit Proviant klingt für mich heute 1000x besser. ;)

Jule, Ich & der Sonnenuntergang





Hey meine Lieben! Bevor ich anfange, euch von mir zu erzählen: Habt ihr die Royale Hochzeit von Meghan und Harry gesehen? Falls nein, habt ihr ein Jahrzehnten-Ereignis verpasst! Meghan war wunderschön und ich liebe ihren Stil abgöttisch. Soll ich euch ein Geheimnis veraten? Ich wollte damals fast das selbe Hochzeitskleid kaufen! Habe mich dann kurzerhand doch für ein verspielteres entschieden, aber das kennt ihr ja *schwärm* ich war wirklich von Morgens bis Abends am Fernseher und überhaupt nicht anprechbar. Ich fand die Hochzeit himmlisch! So eine Hochzeit mit viel TamTam wäre zwar überhaupt nicht meins, aber die Monarchie schreibt es ja so vor. Meghans erste Hochzeit war am Strand, in einem mehr oder weniger Cocktailkleid und Barfuß - das wäre dann schon eher mein Fall ;) So, aber genug davon, ich möchte euch ein wenig von mir erzählen. Da gibt es so einiges. Ich bin überglücklich, dass heute so ein tolles Wetter war! Weniger glücklich bin ich wegen familiärer Probleme, auf die ich auf dem Blog zwar nicht eingehen möchte. Mein Mann, Jule und ich waren in einer super schönen Cocktail Bar direkt an der Weser und haben den Abend gemütlich ausklingen lassen. Auf den Bildern seht ihr den wunderschönen Sonnenuntergang und eine glückliche Selin. Nach Outfit Details könnt ihr mich gern fragen, die poste ich nicht extra weil ich das meistens versuche zu vermeiden. Auf meinem Blog soll es eigentlich eher um Spaß, Gedanken und Gefühle gehen. Ich überlege auch, euch mal wieder ein Post zu meiner Mopsdame Jule zu machen, falls euch das interessiert? Wie sie sich so entwickelt hat etc? Schreibt mir gern, ob ich das tun soll! Ich wünsche euch wunderschöne Pfingsten!

Wie ich gelernt habe, auch mal scheiße zu sein.


 Hey meine Lieben! Erst heute morgen passierte es wieder: Jemand völlig Fremdes pampt mich an. Um genau zu sein der Mann bei der Post, als ich in aller Eile in paar Pakete abgeben wollte. Der sah, als ich ''Guten Morgen'' gesagt hatte nicht einmal hoch und als er mit seinem Papierkram dann endlich fertig war, nahm er eine ältere Dame dran, die neben mir stand - jedoch erst 5 Minuten nach mir kam. ,,Entschuldigen Sie bitte, ich war zuerst an der Reihe.'', kam es noch in einem sehr freundlichen Ton von mir - hätte sich ja auch um ein Missverständnis handeln können. ,,Die Schlange beginnt in der Mitte, nicht Rechts!'' Normalerweise hätte die Selin der vergangenen Jahre sich hinter der älteren Dame gestellt und brav gewartet doch nicht mit mir. Nicht heute. Nicht 2018. ,,Ich war zuerst da und ich sehe nicht ein, mich hinten anzustellen.'' Zum Glück kam mir ein Kollege von ihm zur Hilfe, der meinte, er solle mich drannehmen und mich das nächste mal auf den richtigen Platz verweisen, bevor andere Kunden kommen. Innerlich noch etwas genervt hatte ich mein Recht bekommen. Doch noch als ich die Post Filiale verließ kam mir der Gedanke: Muss es denn wirklich IMMER so ablaufen? Nicht bei der Post Filiale, da steh ich doch drüber, ich meine im Leben. Bin ich die einzige, die seit ihrem ersten Schuljahr immer nur für alles kämpfen und sich immer nur rumärgern musste?

Ich war immer nett. Wenn mich Leute kennenlernten, war ''nett'' das erste, was sie über micn sagten: Die ist nett, ABER - und dann kommt das große ABER - (naiv, unerfahren, dumm, jung ...) Nett zu sein bedeutet in unserer Gesellschaft immer etwas tiefgründiges - wenn Menschen nett zu Dir sind, dann weil sie einen Vorteil in Dir sehen oder du etwas für sie tun sollst. Oder aber du flirtest, denn warum solltest du sonst nett sein? Ach ja, oder du bist dumm und naiv. Dumm und Naiv war ich tatsächlich nie, auch wenn man das meinen könnte, wenn man sich meinen Lebenslauf mal anschaut. Leider musste ich im Leben immer wieder feststellen dass nett zu sein mit dumm zu sein gleichzusetzen ist. Obwohl mich keine Aufmerksamkeit für die Kollegin, die uns verlässt, die Welt kostet, bekam ich nie mehr zurück als ein fades ''Dankeschön.'' Obwohl ich ein großes Familienessen organisiert habe, kommt nichts zurück als: ,,Der Salat schmeckt komisch.'' Und doch, irgendwo geht mir sehr wohl etwas verloren bei all der unerwierten Nettigkeit: Meine Würde. Denn am Ende bin ich doch immer die Dumme, völlig egal wie sehr ich mich bemühe. ,,Dann geb dir halt keine Mühe'', sagte meine Mutter mal. Dankeschön, Frau Mutter. Dass du mir meine ganze Jugend lang beigebracht hast, dass man nett zu älteren Leuten sein soll, immer nachgeben soll und überhaupt die Nettigkeit in Person sein soll. Und plötzlich damit aufhören? Schien mir immer unüberwindbar. Bis ...

Bis ich 2018 an einem Punkt kam, wo alles andere dämlich erschien. 2017 war ein Jahr, wo ich sehr viel geopfert habe - mich für meine Chefin beispielsweise verausgabt, nur um am Ende verarscht  von ihr zu werden. Einer Freundin in der Not geholfen habe, nur damit sie beim Umzug absagt weil ihre Cousine Geburtstag hat. Meiner alten Nachbarin Kuchen gebracht, nur damit sie mich anschwärzt weil das Treppenhaus ihrer Meinung nach nicht sauber genug war (mittlerweile habe ich einen eigenen Treppenhaus, Gott sei Dank!) Selbst zu den Exfreundinnen meiner Freude war ich immer nett, ohne zu merken, dass sie meinen Partner zurück wollten und mir einen Messer in den Rücken zu rammen. All diese wunderschönen Geschichten hatten 2018 ein Ende. Ich hatte die Schnauze voll von Naiv und Nett, auch wenn mein Glaube mich zu dieser Person erzogen hat - und meine Mutter natürlich. Ich wollte nicht mehr in einer Welt Leben, in der ich Überstunden für Kollegen machte, die mich nicht auf ihre Geburtstage einluden. 

,,Nett zu sein ist nie verkehrt.'', sagen die meisten. Doch! Sage ich. Doch, sie ist verkehrt, wenn man die einzige ist, die Nett druchs Leben geht, während einem alle, wirklich alle, ans Bein pissen. Dabei hatte ich es nie nötig, weder den Job noch die Freundin (die Ex-Freundinnen schon garnicht!) Ich habe einen wundervollen Ehemann, der mir jeden Wunsch von den Augen abliest, einen super knuffigen Hund, der mittlerweile meine beste Freundin ist, ich bin finanziell so abgesichert, dass ich mir keinerlei Sorgen um irgendwelche unerfüllten Wünsche machen muss und habe alles, wovon ich je geträumt habe. Und dennoch hatte ich schlaflose Nächte, weil ich so viel für Menschen tat, die es mir nie zurückgaben - im Gegenteil. 2018, das beschloss ich vor einigen Monaten, sollte das Jahr der neuen Selin sein. Und weil dies sich anfühlt wie als würde man 100 Kilo von sich abwerfen, möchte ich meine Leserinnen dazu aufrufen: Lasst uns gemeinsam Scheiße sein! Erzählt mir, wie ihr der meckernden Omi, die ihr normalerweise an der Bushaltestelle ignoriert hättet, gesagt habt, sie solle sich um ihren eigenen Scheiß kümmern. Sagt dem aufdringlichen Hundebesitzer, er solle seine Hunde gefälligst anleinen, wenn diese ständig euren Hund beim Gassi belästigen. Und das wichtigste von allen: Streicht Menschen, die euch enttäuscht haben. Sie werden es wieder tun.

I feel Pretty - Kinofilm Review


Hey meine Lieben! Heute melde ich mich zurück mit einer - Überraschung! - Film Review. Ich habe das schon so lange machen wollen und mit ''I feel Pretty'' möchte ich diese Idee endlich realisieren. Wie gefallen euch Film Reviews zu aktuellen Kino Filmen? Ich liebe es jedenfalls, ins Kino zu gehen und freue mich, wenn ihr Interesse an meiner Meinung habt. Viel Spaß beim lesen! 

Als großer GIRLS Fan ist mir auch Amy Schumer keine Unbekannte mehr, also war es für mich, spätestens nachdem Selena Gomez und Lena Dunham den  Film beworben haben, sonnenklar: Den Film muss ich sehen. Starke Frauenfiguren, feministischer Humor: Genau mein Ding. Also habe ich mir meinen Liebsten geschnappt, Popcorn gekauft und mich mit hohen Erwartungen auf mein Kinosessel begeben.

Zu aller erst: Der Film ist wirklich witzig. Der Humor, nicht überdreht oder überkitscht, trifft genau meinen Geschmack und auch mein Mann hat sich bei manchen Szenen kringelig gelacht. Aus diesem Aspekt kann ich dem Film bereits sehr viel abgewinnen, denn er lohnt sich allemal. Nun kommen wir aber zum schwierigeren Teil: Den Plot. Es soll, ohne zu viel zu veraten, um eine Frau gehen, die meint, sie wäre nicht hübsch genug und verändert, nach einem Unfall, ihren Blick auf sich selbst. Sie sieht sich als völlig andere, superschlanke und heiße Frau. Das Umfeld sieht sie jedoch noch als die Alte. Sie verändert sich ... Klingt nicht besonders anspruchsvoll, ist es auch nicht. Nach dem Film stelle ich mir konkrekt die Frage: Verändert unser Aussehen so viel? Denn im Grunde ist es doch völlig egal, ob wir schön oder hässlich, dick oder dünn sind. Tief im inneren haben wir doch alle die gleichen Ziele: Glücklichsein. Uns verlieben. Karriere machen. Oder jedenfalls so ähnlich. Im Film wird es so dargestellt, als würde jede einigermaßen hübsche Frau nichts anderes im Kopf haben als Fitnessstudio und Kosmetik, was ich persönlich etwas anmaßend finde. Und als gäbe es nichts wichtigeres, als das Aussehen. Insgesamt finde ich die Botschaft ein wenig Plump, doch der Film war sehr lustig und hat Unterhaltungswert. 

3,5 von 5 Sterne