Über Neid und die Suche nach Anerkennung


Hallo meine Lieben! Im Leben einer jeden Frau gibt es ''die perfekte Freundin (oder Bekannte, Feindin, Kollegin)'' eine, die ein Leben hat, wie man es sich selbst nur wünschen würde. Eine, deren Haare so perfekt sitzen, als würde sie frisch vom Frisör kommen, wenn sie krank am Fernseher sitzt. Diese Freundin hat natürlich einen Partner, denn solche Frauen sind nie lange allein. Man selbst ist Single, und das schon eine ganze Weile. Man fragt sich krampfhaft, ob das an unseren spärlichen Kopfhaaren liegt, die aussehen als hätten wir eine Glatze, wenn sie zum Dutt gebunden sind, oder an unserem burschikosen Verhalten. All jene Dinge sagt jedenfalls eine Freundin von sich, die ständig über mich spricht, als hätte ich den Stein der Weisen in meiner Schublade liegen. Weil ich wohl nie lange Single war, verheiratet bin und dicke Haare habe. Dies sind nur kleine Dinge, von denen sie glaubt, dass sie ihr selbst fehlen. Doch dass sie super gut verdient, eine eigene Wohnung seit Jahren hat, sich um ihren kranken Vater kümmert und bisher in ihrem Leben alles selbst geregelt hat, vergisst sie. Vielleicht, weil es ihr nicht reicht, dass ich ihr das sage. Vielleicht, weil sie trotz allem die Bestätigung eines Mannes brauch. Doch wieso?


Unsere Probleme mit uns entstehen in unserem Kopf und wir sind es, die sie real werden lassen. Wir nehmen all die Dinge, von denen wir denken, sie wären nicht liebenswert, und tun sie in einen Mixer. Diese ekelhafte Brühe voller Selbstzweifel trinken wir Tag für Tag um uns daran zu erinnern, warum in unserem Leben alles schief läuft oder wir noch Single sind. Und wisst ihr, warum wir das tun? Weil wir schwach und faul sind. Es ist nämlich viel einfacher seinen dicken Bauch als Ausrede dafür zu nehmen, dass einen keiner liebt, als sich irgendwann einzugestehen, dass man es selbst ist, den man nicht liebt. Es ist viel einfacher seine mangelnde Intelligenz als Ausrede dafür zu benutzen, warum man immer noch im Discounter an der Kasse sitzt, statt sich woanders zu bewerben. Und wie könnte man erwarten, dass sich irgendwer oder irgendwas in dich verliebt, wenn du dich nicht einmal selbst liebst? Du hast doch nur dich. Viele Frauen reden gern darüber wie gesegnet sie mit ihrem Mann sind, wie er ihr Leben wieder ins Lot gebracht hat, doch wenn er geht bleibt von diesen Frauen nichts. Ein Haufen voller elendem Selbstzweifel und der Wunsch, sich die Brüste zu operieren, die der heilige Exfreund nie mochte. Vielleicht würde er oder irgendwer sonst sich dann wieder in einen verlieben und man würde sich wieder komplett fühlen.


Ich hatte als junge Frau auch mal eine Zeit, wo ich sehr an mir gezweifelt habe. Heute zweifele ich nicht mehr und das liegt weder an meinem dicken Haar (sorry, das ist so lächerlich) oder daran, dass ich nie lange Single war (wtf). Das liegt ganz einfach daran, dass ich keinen Bock habe, mich selbst runterzumachen. Ich tue mir da ja selbst Leid, das ist doch gemein. Ich meine, es würde mir doch auch niemals in den Sinn kommen, jemand anderen Dick, hässlich oder Dumm zu nennen. Warum sollte ich mich dann selbst so nennen? Ich mag mich ziemlich gern, jeden Kilo und jeden Pickel an mir. Ich nehme mir nicht vor abzunehmen, weil ich nicht wüsste, wieso ich das tun sollte. Ich vergleiche mich nicht mit anderen Frauen, weil ich glaube sie hätten etwas, das ich nicht habe. Mich interessieren andere Frauen nicht einmal oder deren Privatleben. Ich habe keine Zeit mir Dinge anzuhören, die absolut nichts mit mir zutun haben oder haben werden. Ich habe nicht einmal die Zeit mir negative Dinge über mich anzuhören, weil ich weiß wer ich bin und alles andere mir egal ist. Und all das macht mich nicht egoistisch sondern zu einem Menschen, der fähig ist, zu lieben. Mich selbst und andere.

Kommentare:

  1. Was für ein toller Post! So wahre Worte.

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  2. Ich fand den Beitrag sehr inspirierend, da ich um ehrlich zu sein, ein sehr selbstkritischer Mensch bin, was dann schnell mal zu Selbstzweifeln werden kann. Eigentlich ist das schade, denn ja, es zieht einen unglaublich schnell runter, und meist vergleicht man sich, obwohl man selbst ja auch eigene und individuelle Vorzüge hast, wie du es erwähnt hast. Bei mir liegt es aber glaub ich daran, dass ich eine richtige Perfektionistin bin, und mich nie so richtig zufrieden mit mir oder irgendwas anderem gebe, sondern immer nach mehr strebe. Das mag gut für den Ehrgeiz und für die persönliche Motivation sein, doch genauso schnell kann sich all das in Selbstzweifel umwandeln. Toll, dass du auf so ein wichtiges Thema aufmerksam machst!:)
    Ganz liebe Grüße
    Lara

    www.verylara.com

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  3. Ich danke dir vielmals für deinen lieben Kommentar :) Ich denke auch, dass alles nur noch besser werden kann.

    Der Post ist genial, ich könnte das sofort so unterschreiben. Aber ich bin leider selbst so jemand, der dich wahrscheinlich beneiden würde (im guten Sinne natürlich), anstatt wertzuschätzen, was ich habe. Das ist auch wirklich super schwer das abzulegen.

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